Jähes Ende einer oberflächlichen Liebe: Schweden-Krimi „So tödlich nah“ von Jonas Moström

Wie kommt man eigentlich auf neue Inspiration und Autoren, die man noch nicht kennt? Ich bin immer offen für neue Erfahrungen und frage deshalb auch gerne nach Empfehlungen im lokalen Buchhandel. Neulich habe ich jedoch eine Buchempfehlung in einer Frauenzeitschrift gelesen, die mich direkt angesprochen hat. Darin ging es um den Schweden-Krimi: „So tödlich nah“ von Jonas Moström, der dem Lesenden ans Herz gelegt wurde.

Je kälter und ungemütlicher das Wetter draußen wird, desto mehr Lust habe ich auf Krimis aus dem hohen Norden und so habe ich mich auch gleich daran gemacht, den Schweden-Krimi zu lesen. Auch hier handelt es sich um eine Krimi-Reihe; es sind bereits vier Schweden-Krimis um die Psychiaterin Nathalie Svensson erschienen. „So tödlich nah“ ist der erste Teil.

Nathalie Svensson hat sich gerade von ihrem Mann getrennt und führt an ihren kinderfreien Wochenenden ein heimliches Doppelleben in Stockholm, Sexeskapaden inklusive. Als eines Tages einer ihrer Bettgefährten vor ihren Augen erschossen wird, erlebt sie ein Déjà-vu. Genau zehn Jahre ist es her, dass ihre große Liebe, der Journalist Adam, ebenfalls vor ihren Augen erschossen wurde. Woran Adam seinerzeit gearbeitet hat, konnte nie geklärt werden. Ebenso wenig hat man seinen Mörder gefunden. Stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden gibt oder ob das Verhältnis, das beide Mordopfer zu Nathalie pflegten das Bindeglied ist? Der Ärger mit dem Ex-Mann, der das Sorgerecht für die beiden Kinder erstreiten will, macht das Leben der Psychiaterin auch nicht einfacher.

Im Schweden-Krimi um Nathalie Svensson werde so einige Fährten ausgelegt. Der Ex-Mann kommt nicht gerade sympathisch rüber, aber sind ihm zwei Morde zuzutrauen? Kann er sich mit Nathalies neuem Leben zwischen Pflichterfüllung und Tinder-Dates vielleicht doch nicht abfinden? Oder war es derjenige, der Nathalie auf Schritt und Tritt zu verfolgen scheint und ihr dubiose SMS schickt? Woran hat Adam damals gearbeitet? Als Journalist war er offenbar einem Skandal auf der Spur…

Fazit: Jonas Monström gelingt es bis zum Schluss die Spannung aufrecht zu erhalten. Der Auftakt einer Schweden-Krimi-Reihe ist sehr gelungen. Besonders schön finde ich die Idee, dass die Protagonistin aus dem Familienleben ausbricht und sich ein Zweitleben in Stockholm aufbaut. Schade nur, dass der Liebhaber so schnell stirbt! Da bin ich schon sehr gespannt, wie die Figur der Nathalie Svensson weiterentwickelt wird! Ein schöner Schweden-Krimi für kalte Dezember-Abende!

Jonas Moström: „So tödlich nah“, Schweden-Krimi übersetzt von Nora Pröfrock, List-Verlag, 9,99 Euro, ISBN 978-3-548-6-61328-4, 392 S.

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