Blut soll fließen – Ein packender Thriller ohne Schnörkel

“Blut soll fließen” endet der Klappentext und genau so beginnt das Buch. Autor Paul Cleave schafft es rund 500 Seiten ohne Rückblenden und anderen Schnickschnack einfach so runterzuschreiben. Das Ergebnis ist ein Thriller, den man schlecht zur Seite legen kann. Der sympathische Protagonist Polizist Noah Harper ermittelt mit erlaubten Mitteln und mehr.

Zu Beginn ermittelt Noah zusammen mit seinem Kollegen Drew gegen seinen Widersacher Conrad. Beide begleiten die Handlung auf längeren Strecken des Buches. Ein Mädchen ist verschwunden, Noah und Drew suchen es. Noah gelingt es, das Mädchen zu finden und zu befreien. Allerdings verliert er wegen der blutigen Ermittlungen sein bisheriges Leben: Frau, Haus, Job, Freunde. Er zieht fort und beginnt als Barkeeper ein neues Leben. Zwölf Jahre später verschwindet das gleiche Mädchen wieder und Noah erhält einen Hilferuf von seiner Ex-Frau.

Verlag: Piper Verlag (HIER); EAN 978-3-492-31704-7
Taschenbuch € 13,00 [D] erschienen am 01.07.2021
Übersetzt von: Robert Brack 496 Seiten, Broschur

Noah lässt sich darauf ein und beginnt erneut zu ermitteln, diesmal als Privatmann. Er gerät zwischen alle möglichen Fronten und wird von Kapitel zu Kapitel ramponierter. Allerdings teilt er auch ganz gut aus, was nicht jeder Widersacher überlebt. Mal per Schrotflinte, mal mit einer Glasscherbe – Noah verteidigt sich immer wieder gegen seine Angreifer.

Paul Cleave beschreibt Orte und Personen nur so tief, wie es für ein Eintauchen in die Handlung erforderlich ist. Er schafft es gerade so viele Details zu liefern, damit die Figuren plastisch leben, ohne den Lesefluss durch selbstverliebte, blumige, verspielte, übertriebe Facetten zu stören. Kurze Sätze, klare Botschaften und ehrliche Schreibe. Um ihren Fragen Nachdruck zu verleihen bricht der eine oder andere Knochen und das Blut tropft. Aber alles deutlich harmloser, als die Folterideen, die beispielsweise Jo Nesbø beschreibt.

Aber es werden immer mehr, die ihn stoppen wollen. Gut und Böse ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Wer etwas handfesteren Stoff vertragen kann oder mag, der ist mit Blutbringer gut versorgt. 500 Seiten, die sich gut am Stück verschlingen lassen. Ein Gute-Nacht-Thriller, bei dem man eventuell später ins Bett geht, weil man ihn nicht aus der Hand legen kann. Somit ⚰⚰⚰⚰ von 5.

Aus dem Englischen übersetzt von Robert Brack.

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