Marihuana, Ritzen, Selbstmord – Kyle Perry lässt im Aussie Thriller in der Wildnis den Voodoo aus der Flasche

Kyle Perry schafft es gleich von Anfang an eine bedrohliche Stimmung aufzubauen. Eliza Ellis kommt im Aussie Thriller auf einem einsamen Pfad in Tasmanien zu sich und sieht ziemlich ramponiert aus. Bruchstückhaft kommen Erinnerungen zurück. Plötzlich kommt ihre Schülerin Carmen aus den Büschen und ahnt von nichts. Wie kann sie nur die Mädchen der Schulklasse in Sicherheit bringen? Die Great Western Tiers sind wirklich kein Ort, um hier im Aussie Thriller mit einer Gruppe Mädchen zu stranden. So mancher ist aus der faszinierenden Natur des Buschlandes nie wiederaufgetaucht. Teils wegen mangelnder Orientierung oder großer Kälte, teils aber auch wegen der kleinen und großen Lebewesen im Aussie Thriller.

Atrium Verlag, gebundene Ausgabe; ISBN-13: 9783855351176; mehr zum Buch HIER
492 S., 22,00 EUR, erschienen 20.08.201; Übersetzung: Sabine Längsfeld, über den Autor mehr HIER

Der Autor Kyle Perry ist 30 Jahre alt und lebt selbst in Tasmanien als Suchtberater für Drogen- und Alkoholkranke. In den letzten 10 Jahren hat er jährlich ein Buch geschrieben, erst dann gelang ihm 2020 mit dem Aussie Thriller “The Bluffs” (Die Stille des Bösen) der Durchbruch und er bekam einen Vertrag bei Penguin. Immer wieder hat er sich gefragt, ob er auf dem richtigen Weg ist, nach 11 Büchern kam dann die Bestätigung. Gerade erscheint mit “The Deep” sein neues Werk, bisher nur im englischen Original. Kyle Perry ist so “neu”, dass es noch kaum deutsches Material bei Wikipedia oder dem Verlag über ihn und den Aussie Thriller gibt. Ein echter australischer Naturbursche, der hier schreibt.

Ich persönlich habe zunächst etwas anderes erwartet, ein Buch in der Richtung von Paul Cleve (zur Rezension) oder Jens Henrik Jensen (zur Rezension). Ich habe bei dem Aussie Thriller mit einem etwas zwielichtigen aber im Herzen Guten Ermittler gerechnet, der im Laufe der Handlung immer mehr abbekommt und von Kapitel zu Kapitel abgewrackter durch die Handlung ermittelt. Hier hat Kyle Perry andere Ideen für den Aussie Thriller gehabt, ich habe eine spannende Handlung die sich flüssig liest vorgefunden. Es gibt auch ab und an eine Leiche im Buch, aber einerseits weniger, als gedacht und die Ermittler bekommen weniger Schrammen ab, als ich erwartet hatte.

Vielmehr wühlt Perry sich im Aussie Thriller durch die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen von Ängsten, Depressionen, Drogenkonsum bis hin zu Suizid. Allerdings mehr aus der Sicht eines Beobachters, der Seite für Seite mehr Abgründe entdeckt. Diese machen einzeln keinen Thriller aus, in der Menge aber den Eindruck vermitteln, dass die Menschen in Tasmanien vor lauter Einsamkeit, Einöde und Provinzsiechtum allerlei krasse Ideen haben und diese auch ausleben. Beim Lesen kann einem schon der Gedanke kommen, dass Sodom und Gomorra keine biblischen Städte sind, sondern die Sünde eher in Tasmanien für den Aussie Thriller erfunden wurde.

Mit der Wildnis Tasmaniens hatte ich mich bisher nicht beschäftigt, es war sehr spannend im Aussie Thriller zu lesen, welch verlassene Gegend mit extremer Flora und Fauna dort zu bewundern ist. Zum Glück hat Perry auf seitenlange Monologe zur Landschaft verzichtet, er schafft die Stimmung der Wildnis sehr gut lesbar in die Handlung einzubauen. Er vermittelt dem Leser im Aussie Thriller einen faszinierenden Blick in das extreme Klima und die faszinierende Natur der Gegend. Gerade bei Corona reisetechnisch ausgehungert eine tolle Erfahrung. Ich habe schon nachgeschaut, wie man hinkommt – ab 1.000 EUR und ab 26 Stunden Reisezeit sollte Hobart (Hauptstadt der Insel) zu erreichen sein.

Aber weiter mit der Handlung im Aussie Thriller: Schülerin Jasmine wächst bei ihrem Vater Jordan Murphy und Onkel Butch auf; beide bauen in der Wildnis Marihuana an und verkaufen es. Murphy hatte eigentlich einen Landschaftsbaubetrieb. Nach dem Tod seiner Frau ging der jedoch insolvent und seitdem arbeitet er für Butch im Drogengeschäft. Ihr Vater war im Aussie Thriller auch schon Dealer und so setzten sie die Familientradition fort. Die Tochter Jasmine tyrannisiert zusammen mit Georgia, Influencerin Madison (“MMMMadisonMason”) und deren Zwillingsschwester Cierra als “Fab Four” den Rest der Klasse. Alle leben im Aussie Thriller in der 6.000-Einwohner-Kleinstadt-Limestone Creek, ein Provinznest voll Korruption, Sex und Drogen. Schade, ich hatte mir Australien romantischer vorgestellt.

Dort lebt im Aussie Thriller auch Assistenzlehrer Jack Michaels, der notgeile Sportlehrer Mr. North und viele Weitere. Hier wohnt auch MMMMadisonMason mit 700.000 Abonnenten auf YouTube, deren Hobby es ist andere Schüler mobben und in der Öffentlichkeit so tun, als ob sie sich gegen Mobbing engagiert. 1985 waren bereits 5 Mädchen entführt worden (Hungermann-Entführung) und sind bis heute nicht wiederaufgetaucht. Das Thema wird im Aussie Thriller allerdings an der Schule und in der Stadt totgeschwiegen, gärt aber unter der Oberfläche weiter. Umso stärker erschüttert ist der Ort, als wieder Mädchen verschwinden.

Eigentlich ging es im Aussie Thriller nur ins Bergcamp, eine verpflichtende Erlebnispädagogik in der 10. Klasse. Allerdings geht dort einiges schief. Vom Verschwinden bis hin zu Katastrophen am “Galgenbaum” – 5 Menschen hatten sich dort schon früher umgebracht, 2 weitere hatten es versucht. Die letzte Tote im Aussie Thriller war die Schulkameradin Denni King von Jasmine, sie hatte sich letztes Jahr nach der Schulabschlussfeier dort umgebracht und Madisin hatte sie gefunden. Und nun verschwinden vor den Augen von Eliza Ellis, der Tante der toten Denni mehrere Mädchen beim Zelten.

Nach 3-stündiger Wanderung erreichten sie im Aussie Thriller den Zeltplatz in der Wildnis. Der Zeltplatz oben auf dem Western Bluff, dort wo man 1985 die einzigen Spuren der verschwundenen Mädchen gefunden hatte. Damals waren 5 Mädchen in einem Zeitraum von 2 Monaten verschwunden. Viele gingen im Aussie Thriller damals davon aus, dass es der Buschmann Theodore Barclay, ein Aborigine war. Er war der Erste, der sich am Galgenbaum das Leben nahm. Ob Theodore Barclay damals wirklich der Täter war, ist unbekannt. Auf jeden Fall war er es in den Augen der Kleinstädter, die ihn grün und blau geprügelt hatten und sein Haus niedergebrannt hatten. Schließlich hat er sich im Aussie Thriller beim Freigang erhängt.

Heute ermittelt im Aussie Thriller Detective Con Badenhorst (arroganter Großstadtfuzzi mit Posttraumatischem Belastungssyndrom), Detective Gabriella Pakinga  – beide vom SES State Emergency Service. Von der lokalen Polizei ermittelt Provinzbulle Sergeant Doble, der im Nebenerwerb Marihuana anbaut und sich im Aussie Thriller durch Razzien beim Wettbewerb Konkurrenz vom Leib hält. Korrupte Provinzwelt, die die externen Ermittler erst einmal verstehen müssen. Con – futtert abends gegen seine bösen Träume eine kleine Tüte Arzneimittel. Im Hotel tauscht er im Aussie Thriller Bettwäsche und Vorhänge gegen eigene aus. Also der ganz normale Wahnsinn des Lebens und keine Ermittler, die nur Schokoladenseiten haben.

Das Verschwinden der Mädchen hat sich im Aussie Thriller Stück für Stück entwickelt. Madison und Jasmine haben sich geschubst und dann geprügelt. Georgia, Cierra und Bree Wilkins waren auch dabei. Alle bis auf Madison waren am Ende verschwunden, zurück bleiben nur eine Tüte Dope und eine Trinkflasche. Lehrerin Eliza Ellis hat dabei einen mächtigen Schlag auf den Hinterkopf bekommen. Neben einer schweren Gehirnerschütterung hat sie im Aussie Thriller irgendwie auch ihre Stiefel verloren, wie und wann auch immer das alles passiert ist.

Immer weiter bekommt der Leser Einblicke im Aussie Thriller hinter die Kulissen der Kleinstadt. Die Tote Denni war die Tochter von Kiera, der drogensüchtigen Schwester von Eliza. Und Denni wohnt bei Eliza, weil die Mutter sich nicht richtig um sie kümmern konnte. Eine Weile vor Dennis Tod hatte diese sich an Tom herangemacht, den Ehemann von Elizas jüngerer Schwester. Alles also ein Aussie Thriller sehr verwickelt, von Ritzen, Erpressung, über Sex mit Minderjährigen bis hin zu Suizid. Kyle Perry lässt uns tief in Abgründe blicken, wobei eigentlich oft ganz harmonisch wie im Tatort rumermittelt wird. Also ein Aussie Thriller, der tiefe Abgründe offenbart, ohne dass ständig gemetzelt wird. Kostenlos dazu gibt es eine große Tüte Fernweh nach Australien, fremder Natur und Kultur.

Eine Antwort auf „Marihuana, Ritzen, Selbstmord – Kyle Perry lässt im Aussie Thriller in der Wildnis den Voodoo aus der Flasche“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.