Rossmanns Öko-Thriller: Mit Weltregierung gegen den Klimakollaps

Deo-Mogul Dirk Rossmann skizziert in einem Öko-Thriller wie die Klimakatastrophe abgewendet werden könnte. Das Buch: Spannend geschriebener Thriller, der sich gut liest und – trotz des Genres – auch nicht zu blutig oder extrem wird. Durch die teils kurzen Szenen von 2-4 Seiten ist die Handlung teils etwas hektisch, aber trotzdem spannend und gut zu verschlingen. Von der Message her ist das Buch ein wichtiger Impuls in Richtung „So können wir nicht weiter machen“.

Und der Thriller geht gleich zackig los: Milzbrand in Sibirien und Putin trinkt mit Schröder Tee in dessen Datscha – das gleich auf den ersten 20 Seiten. Das Buch holt den Leser bei Greta Thunberg und Fridays for Future ab und spielt v.a. von 2018 bis 2030 und um 2100. China, Russland und die USA bilden G3, die neue Weltregierung. So etwas wie G8 oder G20 braucht man nicht mehr, auch die Rollen UNO, NATO, WHO sind nicht mehr wichtig. Statt dessen gibt es eine Weltregierung ab 2030, Öko-Diktatur, Öko-Krieg. –Nein, kein Buch nur für Ökokrieger, sondern für ein breites Publikum.

Der Autor und die Message: Dirk Rossmann hat jetzt, statt noch mehr Deos zu verkaufen, ein zweites Buch geschrieben. Nach der 2018 erschienen Autobiographie ist es nun ein Öko-Thriller geworden. Im Interview sagt Rossmann, dass er das Buch mit einem 12-köpfigen Team geschrieben hat. Sie schreiben „Das Jahrzehnt zwischen 2020 und 2030 war die entscheidende Dekade“. Wenn man die Entstehung der Erde (4,4 Milliarden Jahre) als 1 Jahr sieht, dann tauchte der Neandertaler am 31.12. um 23:50 auf. Es wäre toll, wenn unsere Zeit dort nicht um 0:00 zu Ende wäre – soweit die Idee des Autorenteams. Als zentrale Frage wollen sie zeigen, was man umsetzen darf/muss/soll, damit die Menschheit auch in 20 Jahren noch Spaß am Leben hat. Der Oktopus steht als Symbol für den Ozean, der auf das Klima viel schneller reagiert, als die Kontinente. „Der Oktopus überlebt, weil seine Arme zusammenarbeiten, auch ohne zentrale Steuerung.“ Das geht nicht ohne Veränderung: „Dass die Menschen Jahrtausende lang echtes Fleisch von Tieren gegessen haben“ kann nicht so bleiben, mittlerweile ist man dazu übergegangen wenn überhaupt Kunstfleisch zu essen (so das Buch).

Die Glaubwürdigkeit: Spannendes Buch, wichtige Message, allerdings wäre es toll, wenn das Unternehmen Rossmann so früh wie Edeka auf Papiertüten umsteigen würde, wenn die Drogerie so konsequent Schritte in Richtung gesunde Getränke umsetzen würde wie der Wettbewerber DM, wenn Klimaneutralität so konsequent umgesetzt würde wie GoGreen bei der DHL. LKW-weise Bibis Duschschaum in Aluflasche mit Treibmittel verkauft sich gut, steht aber in Gegensatz zur Botschaft des Buches. Also lieber Dirk Rossmann: Weiter so, gerne auch mit mehr sichtbaren Impulsen im eigenen Unternehmen! Zum Beispiel wäre es doch toll die Gewinne vom Buch für Klimaprojekte zu spenden…

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