Es leben die wilden 80iger!

Geht es euch manchmal auch so? Nach einem Jahr Corona, Homeschooling, Zoom-Konferenzen und Probleme-lösen wünscht ihr euch einfach, die guten alten 80iger wären wieder zurück? Radio hören, die besten Songs auf Cassetten aufnehmen (leider wurden sie wirklich NIE zu Ende gespielt), Nena-Gedenk-Frisuren tragen und immer offline sein. Von Pandemien ganz zu Schweigen. Eigentlich undenkbar heute.

Peter ist 46, Single, lebt in Helsinki und hat so eben seinen einzigen Kunden verloren. Er ist facebookholiker und checkt hundertmal am Tag seine likes. Als er einen Brief im Briefkasten findet, den er vor 25 Jahren in der Schule an sein zukünftiges Ich geschrieben hat, kommen Erinnerungen in ihm hoch. Wie schön war es doch in seinem Heimatdorf, als er noch jung und unbeschwert war und mit seinem Walkman Musik gehört hat. Als er mit seinem Fahrrad umhergefahren ist und Jennifer getroffen hat, seine große Liebe!? Diese Zeit möchte Peter zurückholen und beschließt kurzerhand nur noch Artikel aus den 80igern zu benutzen. Und wo lässt sich das am besten realisieren? Im Dorf seiner Kindheit bei Mama und Papa. Bleibt nur die Frage: Wird er Jennifer nun endlich für sich gewinnen können?

Es war ein großes Lesevergnügen, auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte. „Wunderbar wie Jennifer“ entführt den Leser in eine längst vergessene Zeit, in der viele Dinge anders, wenn auch vielleicht nicht besser waren. Sich selbst einen Brief zu schreiben und ihn dann 25 Jahre später zu lesen ist ein toller Impuls. Für alle, die die 80iger durchlebt haben eine absolute Leseempfehlung, für alle anderen auch.

Risto Pakarinen: Wunderbar wie Jennifer, Roman, übersetzt von Katharina Naumann, ISBN 978-3-499-27327-8, 10 Euro, 382 S.

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