Mein Highlight 2021: Schweden-Krimi „Die Früchte, die man erntet!“

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich kann voller Stolz behaupten: ich habe wirklich viel gelesen! Immer wieder stelle ich fest, dass Lesen mich ganz großartig durch diese Zeit der Pandemie trägt. Manche Buchreihen sind mir dabei so sehr ans Herz gewachsen, dass die Protagonisten sich schon anfühlen, wie liebgewonnene Familienmitglieder! Und deshalb ist es auch ein bisschen traurig, dass ich das Buch schon durchgelesen habe!

In der Reihe um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman verhält es sich genauso! Schon seit Jahren lese ich die Schweden-Krimis vom Autorenduo Hjorth und Rosenfeldt und Sebastian und seine Mitstreiter sind mir schon sehr vertraut. Vier Bücher aus der Reihe habe ich bereits gelesen, alle fand ich prima, aber „Die Früchte, die man erntet“ hat mir noch einen Ticken besser gefallen als alle anderen.

Worum geht es? In der schwedischen Kleistadt Karlshamn fallen drei Menschen einem Heckenschützen zum Opfer. Schnell ist klar, dass Vanja Lithner und ihr Team schnell agieren müssen, wollen sie weitere Morde verhindern. Doch wo sollen sie ansetzen, besteht eine Verbindung zwischen den Opfern? Sebastian Bergman ist nicht mehr Teil des Teams, auf seine Expertise kann Vanja nicht mehr setzen und auch ihr früherer Chef Torgel steht nicht mehr zur Verfügung. Prompt versemmelt sie auch noch ihre erste Pressekonferenz. Eine ganz schöne Herausforderung, ihr neuer Job.

Sebastian hingegen arbeitet inzwischen als Therapeut in eigener Praxis. Das Zusammenleben mit Ursel tut ihm sichtlich gut, zumal er sich häufig um seine kleine Enkeltochter kümmern kann. Doch dann taucht ein Patient auf, der ihn komplett aus der Fassung bringt.

Billy und Ursel gehören weiterhin dem Ermittlerteam um Vanja Lithner an. Billy wird endlich Vater und wünscht sich sehnlichst seine inneren Dämonen zu besiegen; wird ihm das gelingen?

Gerade diese unterschiedlichen Handlungsstränge machen den Schweden-Krimi so interessant. Die Weiterentwicklung der Figur Sebastian Bergmans ist sehr gelungen, ein cooler Typ mit einem tragischen Schicksal und sich daraus ergebenden Abgründen. Vanja befindet sich in einem Rollenkonflikt: kann sie gleichzeitig erfolgreich die Reichsmordkommission leiten und genug für ihre kleine Tochter da sein? Sie zweifelt. Es lohnt sich, die Reihe von Anfang an zu lesen, damit man die Entwicklung der Charaktere mitverfolgen kann, unter Umständen versteht der Leser die Zusammenhänge ansonsten nicht so gut. Ich persönlich habe bereits vier Bände aus der Reihe gelesen und habe das Gefühl, dass mir ein paar wichtige Details fehlen. Auch deshalb habe ich mir die fehlenden Bücher bestellt und kann mit Fug und Recht behaupten: das wird ein spannender Dezember!

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: „Die Früchte, die man erntet“ ist eins der besten Bücher, die ich 2021 gelesen habe! Spannend, aber nicht zu brutal, überraschend, aber nicht zu abgefahren, tragisch, aber mit einem Hauch Hoffnung hat der Schweden-Krimi alles, was ein richtig gutes Buch braucht! Lest nicht nur dieses, sondern alle aus der Reihe! Der Cliffhanger am Ende des Buches lässt auf eine baldige Fortsetzung hoffen…

Hjorth & Rosenfeldt: „Die Früchte, die man erntet“, übersetzt von Ursel Allenstein, Wunderlich-Verlag, 24 Euro, 505 S., ISBN 978-3-8052-5089-4

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