Neues Buch von True Crime Autor Axel Petermann

Heute möchte ich Euch das neue Buch von True Crime Autor Axel Petermann vorstellen. Schon in meinem Studium habe ich mich sehr für die Abgründe der Menschen und für die Frage, ob in jedem von uns ein potentieller Mörder steckt, interessiert. Eine Möglichkeit wäre es gewesen das Studium in die Richtung forensische Psychologie zu entwickeln, aber wie so oft im Leben kam es anders als geplant. Das grundsätzliche Interesse für Kriminalfälle und Ermittlungsmethoden ist bei mir aber nach wie vor vorhanden, deshalb bin ich ein großer Fan von True Crime Autoren!

So habe ich mich auch ganz besonders gefreut, als ich das neue True Crime Buch von Axel Petermann als Rezensionsexemplar lesen durfte. Petermann war mir aufgrund meines Interesses für Forensik schon ein Begriff, außerdem verfolge ich seine TV-Serie „Aufgeklärt – Spektakuläre Kriminalfälle“ in der er mit der Kriminalpsychologin Katinka Keckeis die spannendsten Kriminalfälle Norddeutschlands rekonstruiert. Seit seiner Pensionierung schreibt der Profiler Bücher über Cold Cases, bei denen sich Widersprüche ergeben.

Im vorliegenden Buch geht es um drei Kriminalfälle, bei denen True Crime Autor Petermann versucht, Widersprüche aufzudecken und etwaige Verfahrensfehler zu entlarven. Im ersten Cold Case wurde eine junge Frau im Appartement ihres Ex-Freundes in Griechenland erhängt aufgefunden. War es ein Suizid oder hat der Ex nachgeholfen? Die Umstände deuten auf schlampige Ermittlungsarbeit seitens der Behörden hin und als die Mutter der Getöteten Axel Petermann bittet, sich den Fall noch einmal anzuschauen kommt er der Bitte nach und versucht so Licht ins Dunkel zu bringen. Im zweiten Fall geht es um das Verschwinden zweier junger Frauen. Beide haben zusammen eine mehrtägige Radtour in der Schweiz unternommen und werden neun Wochen nach ihrem Verschwinden tot aufgefunden. Den Mörder konnte man nie ermitteln und aufgrund der Rechtsprechung in der Schweiz ist die Tat auch schon lange verjährt, die Belastung der Angehörigen jedoch bleibt und so versucht Petermann Hinweise auf den Täter zu finden. Vierzig Jahre nach der Tat eine Sisyphusarbeit… Schließlich wird der True Crime Autor im dritten Fall um Hilfe gebeten, da ein Mann wegen des Mordes an seiner Tante verurteilt worden ist, den er aber nicht begangen haben will. Wie groß muss die Verzweiflung sein, wenn man festgenommen und verurteilt wird, ohne dass man an einer Tat beteiligt gewesen ist? Eine grausame Vorstellung. Kann so etwas in Deutschland wirklich passieren?

Petermann beschreibt die Cold Cases sehr detailliert. Man kann sich gut in seine Gedankengänge hineinversetzen und es ist eine spannende Reise in die Absurdität realer Verbrechen. Mich hat erschreckt, wie schwierig es zu sein scheint, ein Wideraufnahmeverfahren anzustreben. Faszinierend ist, was es für Ermittlungsmethoden und wissenschaftliche Fachrichtungen gibt, die Aufschluss über das Tatgeschehen geben können. Aber lest selbst!

Man spürt in jeder Zeile den großen Sachverstand des True Crime Autors, der sehr lange Leiter einer Mordkommission in Bremen war und die Dienststelle für operative Fallanalyse aufgebaut hat. Die Tatsache, dass er seine Expertise heute zur Verfügung stellt, um Menschen, bei denen sich Widersprüche im Strafverfahren ergeben bzw. Angehörigen zu helfen, Unklarheiten aufzuhellen, finde ich respektabel.

Zusammenfassend gesagt ist „Im Auftrag der Toten“ ein gut geschriebenes, informatives und spannendes Buch für alle Fans von True Crime Autoren!

Vielleicht habt Ihr ja auch ergänzend bei ZDF Magazin Royal den Beitrag über True Crime Autoren gesehen. Dort wurden einige sogenannte „Experten“ in dem Themenfeld als Scharlatane entlarvt. Axel Petermann ist hier auf jeden Fall ein echter Experte, der aus seiner beruflichen Erfahrung genau weiß, wovon er schreibt. Also auf jeden Fall DIE Leseempfehlung schlechthin. Andere sind hier als Trittbrettfahrer unterwegs, haben sich ein FBI-Zertifikat ausgedruckt und tun sich im Fernsehen wichtig. Hier hat der Beitrag beim Magazin Royal gute Aufklärungsarbeit geleistet. Da steht Unterhaltung im Vordergrund und die fachliche Erfahrung wird dem Zuschauer vorgegaukelt.

Axel Petermann: Im Auftrag der Toten, Heyne-Verlag, ISBN 978-3-453-605880-0, 14 Euro

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